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Kapitelübersicht
Inhalt
2.1.2
Postoperative Ernährung *IP* – fertig
Factbox
- Keine längere Unterbrechung der oralen Nahrungsaufnahme notwendig
- Adaptierung der Speisen je nach Art der Operation und individueller Verträglichkeit
- Ausgleich von Ernährungsdefiziten
- Frühe enterale Ernährung, wenn eine orale Nahrungszufuhr nicht möglich ist
- Bei Indikation postoperative Immunonutrition
- Ernährungsberatung und Entlassungsmanagement
Zur Erhaltung des Ernährungsstatus:
- Dokumentation der Nahrungsaufnahme
- Routinemäßiges Re-Assessment
Nährstoffbedarf
Kalorienziel
25 – 30 kcal/kg KG (siehe auch Artikel 1.3.1)
Eiweißziel
Bis 1,5 g/kg KG (siehe auch Artikel 1.3.1)
CAVE: CKD (siehe auch Artikel 3.7.2)
Sonstiges
Unterstützung der Ernährungseffekte durch frühe Mobilisation
Umsetzung der Ernährungstherapie
UMSETZUNG oraler Kostaufbau
- Weiterführung der oralen Nahrungszufuhr nach unkomplizierten Operationen
- Vermeidung von langen postoperativen Nüchternphasen (Joghurt, ONS)
- Adaptierung der Speisen unter Berücksichtigung der individuellen
- Toleranz und Art der Operation, z.B. ein stufenweiser Kostaufbau
- Energieanreicherung der Speisen und Einsatz von ONS ohne Verzögerung bei inadäquater Energie- und Nährstoffzufuhr
UMSETZUNG Enterale/Parenterale Ernährung
- Frühe enterale Ernährung (Early Feeding – Start innerhalb von 24 Stunden) bei oraler Nahrungskarenz > 3 Tage, oder bei einer voraussichtlichen oralen Nahrungszufuhr für mehr als 7 Tage von < 50 %, z. B.: Schwere Tumoroperationen im Kopf- und Halsbereich, Operationen im GI-Bereich, Polytrauma
- Kontraindikation orale/enterale Ernährung: Intestinale Obstruktionen/Ileus, Schwerer Schock, Darmfistel mit High-Output, Schwere intestinale Blutungen
- Start mit einer langsamen Flussrate (10 bis 20 ml/h), Verwendung von Standardnahrung mit Ballaststoffen
- Parenterale Ernährung, wenn durch eine orale und/oder enterale Ernährung nur 50 – 60 % des Energiebedarfs über 7 Tage gedeckt werden, Verwendung von Standardnährlösungen
- Blutzuckermonitoring
UMSETZUNG Immunonutrition
- Immunonutrition enteral: Patient:innen mit manifester Mangelernährung, bzw. hohem metabolischem Risiko, Patient:innen mit Operationen wegen Kopf-Hals-Tumoren oder GI‑Karzinomen
- !!!!! Postoperative parenterale Supplementierung mit Glutamin und Omega‑3‑Fettsäuren nur bei Mangelernährung, wenn enteral nicht adäquat ernährt werden kann
Besonderheiten
- Outcomebenefit durch Vermeidung von postoperativer Mangelernährung und Kachexie
- Frühe postoperative orale und/oder enterale Ernährung hat keinen negativen Einfluss auf die Heilung von Anastomosen im Kolon oder Rektum
- Frühe postoperative Ernährungstherapie kann die postoperative Erholung beschleunigen
- Frühe Mobilisation und Bewegungstherapie hat eine positive Wirkung auf die Proteinsynthese und Muskelfunktion
- Zur Behandlung der postoperativen Darmatonie siehe medikamentöse Therapie Artikel 3.4.3, Artikel 3.4.4 und Artikel 5.1.4
- Stationäre und poststationäre Ernährungsberatung mit Verlaufskontrolle
- Ggf. poststationäre fortsetzende Supplementierung bei metabolischen Risikopatient:innen und nach großen Abdominaloperationen
- Literatur
Weimann A et al. 2021. ESPEN guideline: Clinical nutrition in surgery. Clinical Nutrition. 40: 4745-4761. (https://doi.org/10.1016/j.clnu.2021.03.031)
Weimann A et al. 2013. S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) in Zusammenarbeit mit der GESKES, der AKE, der DGCHa, der DGAIb und der DGAVc. Klinische Ernährung in der Chirurgie. AktuelErnahrungsmed. 38: e155–e197. (http://dx.doi.org/10.1055/s-0033-1359887)
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