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Kapitelübersicht
Inhalt
3.3.2
Chronische Lungenerkrankungen – Asthma *IP*
Factbox
- Vorteilhaft ist eine pflanzenbasierte Kost mit einem ausreichenden Anteil an n3 Fettsäuren
- Eine Reduktion von Übergewicht kann die Symptome verbessern
- Bei langanhaltender Medikamenteneinnahme von Glucocorticoiden und oralen Steroiden, ist die mögliche Entwicklung von Osteoporose zu berücksichtigen
- Nach dem Inhalieren von Medikamenten sollte Wasser getrunken oder eine Zwischenmahlzeit gegessen werden, um das Infektionsrisiko zu senken
- Allergieauslösende Lebensmittel sollen nicht konsumiert werden
Allgemeines
Asthma ist eine chronische, entzündliche Atemwegserkrankung, die mit einer Hyperreaktivität der Bronchien einhergeht. Dies führt zu einer Verengung der Atemwege und resultiert in anfallsartiger Atemnot, exspiratorischem Giemen sowie Husten. Die Erkrankung kann durch diverse Triggerfaktoren wie Allergene, Infektionen oder körperliche Anstrengung exazerbieren.
Nährstoffbedarf
Der Nährstoffbedarf für Personen mit Asthma orientiert sich an den DACH-Referenzwerten:
- Protein: 0,8 – 1,2 g/kgKG
- Fett: 30% der Gesamtenergie
- Kohlenhydrate: 45 – 55% der Gesamtenergie
Es gibt keine wesentlichen Unterschiede im Nährstoffbedarf zwischen Personen mit Asthma und gesunden Individuen, solange keine spezifischen medizinischen Anforderungen vorliegen.
Umsetzung der Ernährungstherapie
Pflanzenbasierte Diäten: Diäten, die auf pflanzlichen Lebensmitteln basieren, zeigen eine Verringerung pro-entzündlicher Moleküle und eine Zunahme von anti-entzündlichen Markern, was zu einer Verbesserung der klinischen Ergebnisse, wie eine Verringerung der Asthmamedikation und der Schwere und Häufigkeit von Symptomen, bei Asthma führen kann. Ein vermuteter Mechanismus ist die Freisetzung von kurzkettigen Fettsäuren (z.B.: Acetat, Butyrat, Propionate) über das Darmmikrobiom.
Mediterrane Ernährung: Mediterrane Ernährungsmuster mit Schwerpunkt auf pflanzlichen Lebensmitteln zeigen eine Reduktion der Asthmasymptome bei betroffenen Kindern. Eine höhere Adhärenz an die mediterrane Diät ist mit besserer Lungenfunktion assoziiert.
Fettmodifikation: Gesättigte Fettsäuren und Omega 6 Fettsäuren wirken allergiefördernd durch Th2 Zelldifferentiation und die Freisetzung von entzündungsfördernden Zytokinen. Erhöhter Verzehr von gesättigten Fettsäuren kann zu einer erhöhten Entzündung in den Atemwegen führen, während ungesättigte Fettsäuren wie Omega 3 Fettsäuren einen schützenden Effekt haben könnten. Eine Reduktion von gesättigten Fettsäuren ist mit einer Verringerung der neutrophilen Atemwegsentzündung verbunden. Hoher Fettverzehr könnte auch die Darmflora negativ beeinflussen und so zu einer Verschlechterung der Entzündung beitragen. Ein Ungleichgewicht zwischen n-6 und n-3 mehrfach ungesättigten Fettsäuren (PUFA) könnte eine Rolle bei der allergischen Sensibilisierung spielen.
Gewichtsmanagement: Übergewicht ist mit einer erhöhten Entzündung verbunden, da das Fettgewebe pro-inflammatorische Moleküle freisetzt, die zur Immunantwort beitragen. Interventionen zur Gewichtsreduktion haben signifikante Verbesserungen der Lungenfunktion, der Asthmakontrolle und der allgemeinen Lebensqualität bei übergewichtigen Personen mit Asthma gezeigt. Diese Interventionen führen auch zu weniger akuten Anfällen und einer geringeren Abhängigkeit von Notfallmedikamenten. Daher sollte eine Normalisierung des Gewichts von Asthmapatient:innen angestrebt werden.
Eliminationsdiät: Lebensmittel, auf die eine Allergie besteht, können Asthma Anfälle hervorrufen und sollten aus der Ernährung gestrichen werden.
Besonderheiten
Zur Vermeidung von Pilzinfektionen im Mund, eine mögliche Nebenwirkung von inhalativen Asthmamedikamenten, sollte nach dem Inhalieren der Mund mit Wasser ausgespült werden oder alternativ vor einer Mahlzeit inhaliert werden.
Einige Medikamente (orale Steroide, orale Kortikoide) die bei Asthma zum Einsatz kommen können das Risiko für Osteoporose erhöhen. Daher sollte bei langer Medikamentation an ein Screening gedacht werden.
Ein Mangel an Vitamin D kann früheren Analysen zufolge zur Verschlechterung der Symptomatik führen. Im Unterschied zu vorherigen Cochrane-Metaanalysen zeigt eine 2023 publizierte Arbeit, dass Vitamin D keinen Schutz vor schweren Asthmaanfällen bietet oder die Kontrolle der Symptome verbessert.
Antioxidantien können zu einer Verbesserung der Symptomatik beitragen. Die Aufnahme sollte nach Möglichkeit über Obst und Gemüse erfolgen. Eine Substitution der Nährstoffe ohne klinischen Mangel dürfte keine positiven Effekte erzielen
AUTOR:INNEN
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